Bodenvitalitätsanalyse nach Haney
Diese Bodenanalyse zeigt, wie aktiv das Bodenleben (Bodenbiologie) auf deinem Schlag arbeitet und wie viele Nährstoffe es der Kultur tatsächlich bereitstellt. So misst du Bodenqualität nicht nur chemisch, sondern als Ganzes.
Herkömmliche Bodenanalysen messen Vorräte. Der Haney-Test misst zusätzlich die Biologie: Wie stark atmen die Mikroben, wie viel Futter (Kohlenstoff und Stickstoff) steht ihnen zur Verfügung, und in welchem Verhältnis? Daraus entsteht ein Bodenvitalitätswert, der Chemie und Biologie zusammenführt. Entwickelt hat den Test Rick Haney am US-Landwirtschaftsministerium (USDA-ARS); das USDA führt ihn als offizielles Soil Health Nutrient Tool.
Analysiert wird deine Probe von unserem Partnerlabor in Deutschland, dem Institut für Agrar- und Umweltanalytik (IAU) in Freyburg – einem akkreditierten Fachlabor mit langjähriger Erfahrung in der Bodenanalytik.

Zwei Böden, ein Standort
- selber Standort
- unterschiedliche Düngung
- unterschiedliche Bewirtschaftung
- selbe mineralische Ausgangslage
Mit unserer Beratung und mit Boden- und Blattanalysen führen wir dich innert wenigen Jahren zu solchen Resultaten. Den grössten Einfluss auf Bodenstruktur und Bodenmikrobiologie hat die Düngung, danach die Bodenbearbeitung.
Was die Bodenanalyse misst: Bodenchemie und Bodenbiologie
Bodenqualität messen heisst zwei Dinge messen: die chemischen Vorräte und das biologische Leben, das sie erst verfügbar macht. Die Bodenanalyse nach Haney deckt beides ab, plus optional den totalen Nährstoffvorrat.
Bodenchemie (H3A-Extraktion)
Das Extraktionsmittel H3A ahmt die organischen Säuren lebender Wurzeln nach. Gemessen wird also, was der Pflanze wirklich zur Verfügung steht: Nitrat-N, Ammonium-N, Phosphor, Schwefel, Kalium, Calcium, Magnesium und die Spurenelemente Bor, Eisen, Mangan, Kupfer, Zink, Molybdän und Kobalt – dazu Basensättigung und Nährstoffverhältnisse nach Albrecht.
Bodenbiologie
Die mikrobielle Atmung (CO₂-Burst nach Trocknung und Wiederbefeuchtung) zeigt, wie viel Leben im Boden steckt. Dazu kommen wasserlöslicher Kohlenstoff und organischer Stickstoff – das Mikrobenfutter – und deren Verhältnis. Aus allem zusammen ergibt sich der Bodenvitalitätswert.
Totale Nährstoffe im Boden (zusätzlich erhältlich)
Der Totalaufschluss misst den gesamten Nährstoffvorrat im Boden. Aus dem Verhältnis von totalen zu verfügbaren Nährstoffen lässt sich ableiten, ob eine Düngung nötig ist – oder ob die Biologie gefördert werden muss, damit sie mobilisiert. Viele Nährstoffe sind im Bodenvorrat genügend vorhanden; es fehlt nur an der richtigen Belebung und Wurzelstimulierung, damit die Pflanze an die Reserve kommt.
Was dir das bringt
Der Test beantwortet drei Fragen: Wie steht mein Boden da? Ist er im Gleichgewicht? Und was kann ich tun? In einer USDA-Auswertung mit 3’200 Proben senkten Betriebe ihren Stickstoffeinsatz um 20–30 % ohne Ertragsverlust, weil die biologisch nachgelieferten Nährstoffe erstmals mitgerechnet werden. Eine hohe Bodenvitalität verbessert zudem die Nährstoffnachlieferung aus dem Bodenvorrat und stabilisiert Erträge in Trockenphasen.
Eine Grenze gehört dazu: Der Test ist eine Momentaufnahme. Werte wie die mikrobielle Atmung schwanken mit Jahreszeit und Witterung. Für einen aussagekräftigen Verlauf ziehst du die Folgeproben deshalb exakt am gleichen Ort und zur gleichen Zeit in der Fruchtfolge, am besten im Frühjahr oder Herbst. Wasserhaushalt und Bodenverdichtung misst der Test nicht.
Die wichtigsten Werte im Report
| Wert | Aussage |
|---|---|
| Bodenvitalität | Gesamtwert aus Atmung, Mikrobenfutter C und N und deren Verhältnissen. Je höher, desto aktiver der Boden. |
| Mikrobielle Atmung (CO₂) | Freigesetztes CO₂-C in 24 h – das direkte Mass für mikrobielle Aktivität und Nährstoffkreislauf. |
| Mikrobenfutter C und N | Wasserlöslicher Kohlenstoff und organischer Stickstoff: die Nahrung der Mikrobiologie. |
| C:N-Verhältnis | Zwischen 8:1 und 15:1 werden N und P freigesetzt; über 20:1 wird Stickstoff festgelegt. |
| Mikrobiell aktiver Kohlenstoff | Über 80 % heisst: Das Futter reicht nicht, die Mikroben zehren am Humus. Unter 30 %: Die Ursache liegt nicht beim Futter. |
| Kationenaustauschkapazität (KAK) | Wie viele Nährstoffe der Boden an Tonmineralen und Humus halten und der Pflanze bereitstellen kann – gemessen als pflanzenverfügbare KAK aus der H3A-Extraktion, dazu die errechnete potenzielle KAK. |
| Zusätzlich erhältlich: Totale Nährstoffgehalte | Totalaufschluss des Bodenvorrats. Das Verhältnis zu den verfügbaren Nährstoffen zeigt pro Nährstoff, ob gedüngt oder mobilisiert werden soll. |
Analyse und Laborarbeit: Institut für Agrar- und Umweltanalytik (IAU), Freyburg – akkreditiertes Fachlabor. Auswertung und Interpretationsgrundlage: Bodenvitalität nach Haney mit Albrecht-Verhältnissen.
So läuft es ab
Kontakt aufnehmen
Bei Interesse meldest du dich bei uns. Gib an, wie viele Analysen du auf deinem Betrieb durchführen möchtest – wir offerieren dir die ganze Dienstleistung.
Material kommt zu dir
Wir senden dir Probebeutel und einen vorfrankierten Karton mit allen Papieren, damit das Paket zeitnah im Labor ankommt.
Proben ziehen
Pro Schlag eine Mischprobe von ca. 500 g aus mehreren Einstichen: 0–20 cm bei Acker-, Obst-, Gemüse- und Weinbau, 0–10 cm bei Grünland. Wir unterstützen dich bei der Probenentnahme. Auf Wunsch sticht unser Partner terrahum.ch die Proben GPS-gestützt – damit du in Folgejahren exakt am gleichen Punkt misst.
Report und Besprechung
Du erhältst den Analysereport mit Bodenvitalitätswert, Nährstoffdaten und Verhältnissen – und wir besprechen mit dir, welche Massnahmen bei Düngung und Bewirtschaftung daraus folgen.
Analyse anfragen
Diese Dienstleistung ist nicht über den Warenkorb bestellbar. Schreib uns, wie viele Schläge du analysieren möchtest – du erhältst eine Offerte für die ganze Dienstleistung inklusive Material, Versand, Analyse und Besprechung.
Oder telefonisch: +41 44 508 59 86
Willst du mehr erfahren? Video zum Haney-Test ansehen
Downloads
Broschüre Bodenvitalität nach Haney (PDF)
Verfahren, Messwerte und Beispielreport des IAU-Labors
Probenbegleitschein / Auftrag (PDF)
Formular für den Versand deiner Bodenproben
Beispielbericht (PDF)
So sieht dein Analysenergebnis aus – mit Bodenvitalitätswert, Nährstoffen und Verhältnissen
Anleitung Probennahme (PDF)
Schritt für Schritt zur sauberen Bodenprobe – Material, Einstiche, Tiefe, Zeitpunkt, Versand
Präsentation: Was ist Humus und wie bauen wir ihn auf? (PDF)
Wie Humus entsteht, was ihn abbaut und mit welchen Massnahmen du ihn auf deinem Betrieb aufbaust
Häufig gefragt
Was unterscheidet die Bodenanalyse nach Haney von einer klassischen Bodenprobe?
Eine klassische Bodenprobe misst nur die chemischen Nährstoffvorräte. Der Haney-Test misst zusätzlich die Bodenbiologie – wie aktiv die Mikroben sind und wie viele Nährstoffe sie der Pflanze tatsächlich bereitstellen.
Wie oft solltest du die Bodenqualität messen lassen?
Es braucht nicht jedes Jahr eine Analyse. Entscheidend ist, dass du die Folgeproben nach dem gleichen Verfahren ziehst – am genauesten ist GPS-gestochen – und zur gleichen Jahreszeit in der Fruchtfolge beprobst. Nur so zeigt dir der Verlauf, was deine Massnahmen im Boden bewirkt haben – und nicht bloss, dass du eine andere Stelle im Schlag erwischt hast.
Was kostet eine Bodenanalyse bei EDAPRO?
Der Preis richtet sich nach der Anzahl Proben und Analysen auf deinem Betrieb. Nach deiner Anfrage erhältst du eine Offerte für die ganze Dienstleistung – inklusive Material, Versand und Besprechung.
Wo wird die Bodenprobe analysiert?
Im Labor unseres Partners IAU (Institut für Agrar- und Umweltanalytik) in Freyburg, Deutschland – einem akkreditierten Fachlabor. Die Ergebnisse bespricht EDAPRO anschliessend mit dir.